Der Wald und seinen Tücken

 

 

Heute musste ich mit Mutti alleine in den Wald fahren. Da Emily eine kleine

Verletzung hatte. Nicht´s schlimmes aber sie sollte sich doch schonen.

Ist auch mal ganz schön ohne die kleine Dramaqueen zu laufen.

Da kann ich dann ein wenig an Mutti´s Gehorsam arbeiten.

Aber so weit sollte es heute gar nicht erst kommen. Denn in unserem

Wald war richtig was los.

Dazu muss ich sagen, das dieser Wald zu einem Reitverein gehört und dort waren am letzten Wochenende die Weltmeisterschaften der Vierspänner.

Zu so einem Event gehört jede Menge technischer Kram wie Lautsprecher, Kabel, Scheinwerfer und vieles mehr. Dieses ganze Zeug musste ja auch wieder abgebaut werden und da kam ich dann ins Spiel.

 

Das war so:

Mutti und ich gingen so unseres Weges, als ich noch vor Mutti im Gebüsch etwas entdeckte. Sie hat halt manchmal nicht so eine schnelle Auffassungsgabe wie ich.

Dieses Etwas war so ein VW-Bus mit einer seitlichen Schiebetür die offen stand. Ich sollte noch erwähnen, das wir in diesem Wald immer alleine Unterwegs sind. 

In dem KFZ lag leicht nach hinten gelehnt ein Arbeiter und hielt ein kleines Nickerchen.

Das musste natürlich sofort von mir kontrolliert werden.

Also rannte ich los und mit einem Satz saß ich auf dem Mann der sich in diesem KFZ befand.

Der Arme wohl aus dem Tiefschlaf gerissen blickt mit weit aufgerissenen Augen in mein Gesicht. Ich hatte mich aber auch ganz schön erschrocken und blickte wiederum dem Arbeiter in die Augen.

So starrten wir uns eine kurze Weile erschrocken an. Bis der Gute plötzlich anfing zu schreien – „Hilfe wilde Tiere“ – Hiiilfeeee.

Hilfe wilde Tiere?????? Oh nein wo????? Ich bekam es jetzt genau wie der Mann mit der Angst zu tun und lief weg. Aber bevor ich diesen VW-Bus verließ habe ich mir noch die Brote geschnappt die neben ihm auf dem Sitz lagen und bin damit an der zur Salzsäure erstarrten Mutti vorbei ins nächste Gebüsch.

Zeitgleich kam der Kollege von dem Mann der nun ganz verschreckt im Auto saß - mit herunter gelassenen Hose aus einem Gebüsch gerannt.

Er wollte wissen was passiert sei bekam aber nur die Antwort: da – da laufen meine Brote. Ich glaube der Gute stand  unter Schock.

Mutti war wohl die erste die ihre Fassung wieder bekam. Sie entschuldigte sich und fragte ob sie die von mir geklauten Brote ersetzen sollte. Was aber verneint wurde.

Also hat Mutti mich mal wieder angeleint und schimpfend zum Auto gezerrt.

Ich habe aber noch eine ganze Weile darüber nachgedacht, wo denn wohl die wilden Tiere waren. Na egal ich habe jedenfalls keine getroffen und das war auch gut so.